Brieftyp · Arbeitgeber
Lohnabrechnung bekommen. Was bedeutet das alles?
Die Lohnabrechnung zeigt, wie aus deinem Bruttolohn der Betrag auf deinem Konto wird. Abgezogen werden Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und dein Anteil an Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dein Arbeitgeber muss dir bei jeder Zahlung eine Abrechnung geben. Prüfe Stunden, Steuerklasse und Zuschläge, Fehler fallen oft erst spät auf.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, amtliche Quellen und dein Schreiben.
- Mindestlohn
- 13,90 €
- je Stunde seit 1. Januar 2026
- Abrechnung
- Pflicht
- bei jeder Zahlung, in Textform
- Fehler melden
- Schnell
- Ausschlussfristen oft 3 Monate
So liest du den Brief
- 1
Zeitraum und Steuermerkmale
Prüfe Monat, Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Krankenkasse. Eine falsche Steuerklasse führt zu falscher Lohnsteuer. Die Steuermerkmale bekommt dein Arbeitgeber vom Finanzamt, Änderungen beantragst du dort.
- 2
Dein Brutto
Stunden mal Stundenlohn, dazu Zuschläge, Überstunden und Zulagen. Vergleiche die Stunden mit deiner eigenen Aufzeichnung. Der Stundenlohn darf nicht unter dem Mindestlohn liegen: 13,90 € seit 1. Januar 2026, 14,60 € ab 2027. Ausnahmen gibt es etwa für Auszubildende.
- 3
Steuern
Die Lohnsteuer behält dein Arbeitgeber ein und zahlt sie ans Finanzamt. Kirchensteuer fällt nur an, wenn du Mitglied einer Kirche bist. Wie viel Steuer du wirklich schuldest, zeigt erst die Steuererklärung. Zu viel gezahlte Lohnsteuer bekommst du dort zurück.
- 4
Sozialversicherung
Das ist dein Anteil an Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Dein Arbeitgeber zahlt etwa noch einmal so viel dazu, das steht nicht in deinem Netto. Wie hoch dein Anteil ist, hängt unter anderem vom Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse ab und davon, ob du Kinder hast.
- 5
Netto und Auszahlung
Das ist der Betrag auf deinem Konto. Weicht die Überweisung ab, etwa wegen eines Vorschusses oder einer Lohnpfändung, muss das auf der Abrechnung stehen.
- 6
Urlaub und weitere Angaben
Viele Abrechnungen zeigen auch Urlaubstage, Überstunden oder Krankheitstage. Prüfe sie, denn sie sind später oft wichtig, etwa bei einer Kündigung oder einem Jobwechsel.
Was du jetzt tun kannst
Wichtig: Ausschlussfristen in Arbeits- oder Tarifverträgen sind oft viel kürzer als die gesetzliche Verjährung von 3 Jahren. Melde fehlende Stunden oder Zuschläge deshalb gleich, wenn du sie bemerkst.
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Liegt so ein Brief vor dir?
Fotografiere ihn. bliqq zeigt dir die Frist, den Betrag und die nächsten Schritte, und erinnert dich rechtzeitig.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist dein Lohn vor allen Abzügen. Netto ist, was nach Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und deinen Beiträgen zur Sozialversicherung übrig bleibt und überwiesen wird.
Gilt eine Ausschlussfrist auch für den Mindestlohn?
Nein. Den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn kann eine Ausschlussfrist nicht ausschließen. Für alles, was darüber hinausgeht, gelten die Fristen aus Arbeits- oder Tarifvertrag.
Warum ist mein Netto diesen Monat anders?
Häufige Gründe sind eine andere Stundenzahl, Zuschläge, Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, eine neue Steuerklasse oder ein geänderter Zusatzbeitrag der Krankenkasse.
Wie lange sollte ich Lohnabrechnungen aufheben?
Mindestens so lange, wie du sie für Steuererklärung und Nachweise brauchst. Viele heben sie bis zur Rente auf, weil sie helfen, Lücken im Rentenkonto zu klären.
Quellen
- § 108 Gewerbeordnung: Abrechnung des Arbeitsentgelts · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung: 13,90 € ab 2026, 14,60 € ab 2027 · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 3 Mindestlohngesetz: Unabdingbarkeit des Mindestlohns · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 195 Bürgerliches Gesetzbuch: Regelmäßige Verjährungsfrist · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
Geprüft am 05.11.2026 anhand der oben genannten offiziellen Quellen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, die amtlichen Quellen und dein Schreiben. Der Beispielbrief ist erfunden.