Brieftyp · Amtsgericht
Strafbefehl erhalten. Was jetzt?
Ein Strafbefehl ist eine Strafe vom Amtsgericht ohne Gerichtsverhandlung, meist eine Geldstrafe in Tagessätzen. Du kannst innerhalb von 2 Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen, dann kommt es meist zur Verhandlung. Ohne Einspruch wirkt der Strafbefehl wie ein rechtskräftiges Urteil.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, amtliche Quellen und dein Schreiben.
- Einspruch
- 2 Wochen
- ab Zustellung
- Ohne Einspruch
- Wie ein Urteil
- rechtskräftig
- Führungszeugnis
- Ab 91
- Tagessätzen in der Regel
So liest du den Brief
- 1
Das Kürzel „Cs“
Im Aktenzeichen steht
Csfür Strafbefehl. Der Teil mitJsist das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft. - 2
Was ein Strafbefehl ist
Die Staatsanwaltschaft hat ihn beantragt, der Richter hat die Akte geprüft und unterschrieben. Eine Verhandlung gab es nicht. Deshalb hast du jetzt die Möglichkeit zum Einspruch.
- 3
Der Vorwurf
Lies genau, was dir vorgeworfen wird, wann und wo. Stimmt etwas nicht, ist das ein Grund für den Einspruch.
- 4
Die Strafe
Die Anzahl der Tagessätze richtet sich nach der Tat, die Höhe nach deinem Einkommen: ungefähr ein Dreißigstel deines Monatsnettos. Ist die Höhe zu hoch geschätzt, kannst du den Einspruch darauf beschränken.
- 5
Die Kosten
Dazu kommen die Kosten des Verfahrens. Die Rechnung darüber kommt meist getrennt, sobald der Strafbefehl rechtskräftig ist.
- 6
Deine Frist: 2 Wochen
Ab Zustellung hast du 2 Wochen für den Einspruch. Im Beispiel endet die Frist am 21.10.2026. Danach ist der Strafbefehl rechtskräftig.
Was du jetzt tun kannst
Wichtig: Einen Strafbefehl nicht liegen lassen. Ohne Einspruch steht er einem Urteil gleich und kommt ins Bundeszentralregister, auch wenn der Vorwurf falsch war.
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Häufige Fragen
Bin ich jetzt vorbestraft?
Wird der Strafbefehl rechtskräftig, steht er im Bundeszentralregister. Ins Führungszeugnis, das etwa Arbeitgeber sehen, kommt eine Geldstrafe bis 90 Tagessätze in der Regel nicht, solange sonst nichts eingetragen ist.
Kann ein Einspruch die Strafe erhöhen?
Ja, nach einer Verhandlung kann das Gericht auch eine höhere Strafe verhängen. Beschränkst du den Einspruch auf die Höhe der Tagessätze und entscheidet das Gericht ohne Verhandlung, darf es nicht zu deinem Nachteil abweichen.
Kann ich die Geldstrafe in Raten zahlen?
Ja. Stell den Antrag bei der Staatsanwaltschaft, die die Strafe vollstreckt, und nenne Einkommen und feste Ausgaben.
Was passiert, wenn ich nicht zahle?
Dann droht eine Ersatzfreiheitsstrafe: Für je zwei nicht bezahlte Tagessätze ein Tag. In vielen Bundesländern kann man sie durch gemeinnützige Arbeit abwenden.
Muss ich den Einspruch begründen?
Nein. Ein Satz mit Aktenzeichen reicht: „Hiermit lege ich Einspruch gegen den Strafbefehl ein.“ Achte darauf, dass er innerhalb der Frist beim Gericht ist.
Quellen
- § 407 Strafprozessordnung: Zulässigkeit des Strafbefehls · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 410 Strafprozessordnung: Einspruch, Form und Frist · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 411 Strafprozessordnung: Verfahren nach Einspruch · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 459a Strafprozessordnung: Zahlungserleichterungen · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 40 Strafgesetzbuch: Verhängung in Tagessätzen · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 43 Strafgesetzbuch: Ersatzfreiheitsstrafe · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 32 Bundeszentralregistergesetz: Inhalt des Führungszeugnisses · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
Geprüft am 09.10.2026 anhand der oben genannten offiziellen Quellen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, die amtlichen Quellen und dein Schreiben. Der Beispielbrief ist erfunden.