Brieftyp · Amtsgericht
Vollstreckungsbescheid erhalten. Was jetzt?
Ein Vollstreckungsbescheid folgt, wenn gegen einen Mahnbescheid kein Widerspruch kam. Mit ihm darf der Gläubiger das Geld zwangsweise eintreiben lassen, etwa durch eine Kontopfändung. Du kannst innerhalb von 2 Wochen ab Zustellung Einspruch einlegen. Danach wird er endgültig.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, amtliche Quellen und dein Schreiben.
- Deine Frist
- 2 Wochen
- für den Einspruch
- Vollstreckbar
- Sofort
- auch vor Ablauf der Frist
- Gültig
- 30 Jahre
- wenn er endgültig ist
So liest du den Brief
- 1
Absender: dasselbe Mahngericht
Der Vollstreckungsbescheid kommt vom selben Mahngericht wie vorher der Mahnbescheid, wieder im gelben Umschlag.
- 2
Dasselbe Geschäftszeichen
Es ist dieselbe Nummer wie beim Mahnbescheid. So erkennst du, zu welchem Verfahren er gehört. Hast du nie einen Mahnbescheid gesehen, ist das ein wichtiger Hinweis für deinen Einspruch.
- 3
„Vorläufig vollstreckbar“
Der Gläubiger darf schon jetzt vollstrecken lassen, auch während die Einspruchsfrist läuft. Der Einspruch allein stoppt das nicht.
- 4
Der Betrag ist gewachsen
Zum Betrag aus dem Mahnbescheid kommen weitere Zinsen und die Kosten für den Vollstreckungsbescheid.
- 5
Deine Frist: 2 Wochen
Ab Zustellung hast du 2 Wochen für den Einspruch. Im Beispiel endet die Frist am 12.11.2026. Danach ist der Bescheid endgültig und wirkt wie ein Urteil.
Wo du gerade stehst
Was du jetzt tun kannst
Wichtig: Ohne Einspruch wird der Vollstreckungsbescheid rechtskräftig. Der Gläubiger kann dann bis zu 30 Jahre lang vollstrecken lassen, auch wenn die Forderung falsch war.
Auf dieser Seite erklärt
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Häufige Fragen
Ich habe nie einen Mahnbescheid bekommen. Was tun?
Leg trotzdem innerhalb von 2 Wochen Einspruch ein und schreib dazu, dass dir kein Mahnbescheid zugegangen ist. Prüf, an welche Adresse er zugestellt wurde, zum Beispiel an eine alte Wohnung.
Muss ich den Einspruch begründen?
Für den Einspruch selbst nicht. Danach wird das Verfahren wie eine normale Klage geführt, und du musst dich zur Forderung äußern, wenn das Gericht dich dazu auffordert.
Kommt ein Vollstreckungsbescheid in die Schufa?
Eine durch Vollstreckungsbescheid festgestellte Forderung darf der Gläubiger an Auskunfteien wie die Schufa melden. Zahlst du, sollte der Eintrag als erledigt vermerkt werden.
Wie lange gilt ein Vollstreckungsbescheid?
Ist er rechtskräftig, verjährt die Forderung erst nach 30 Jahren. So lange kann der Gläubiger immer wieder vollstrecken lassen.
Quellen
- § 699 Zivilprozessordnung: Vollstreckungsbescheid · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 700 Zivilprozessordnung: Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 339 Zivilprozessordnung: Einspruchsfrist · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 719 Zivilprozessordnung: Einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 850k Zivilprozessordnung: Pfändungsschutzkonto · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 197 Bürgerliches Gesetzbuch: Dreißigjährige Verjährungsfrist · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
Geprüft am 09.10.2026 anhand der oben genannten offiziellen Quellen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, die amtlichen Quellen und dein Schreiben. Der Beispielbrief ist erfunden.