Brieftyp · Jobcenter
Anhörung vom Jobcenter. Was jetzt?
Mit einer Anhörung kündigt das Jobcenter an, dass es eine Entscheidung gegen dich treffen will, oft eine Rückforderung wegen Überzahlung. Entschieden ist noch nichts. Du kannst bis zur genannten Frist erklären, warum die Zahlen oder der Vorwurf nicht stimmen. Was du jetzt schreibst, muss das Jobcenter berücksichtigen.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, amtliche Quellen und dein Schreiben.
- Frist
- Im Brief
- meist 2 bis 4 Wochen
- Entschieden?
- Noch nicht
- erst der Bescheid entscheidet
- Antworten?
- Freiwillig
- aber fast immer sinnvoll
So liest du den Brief
- 1
Wer schreibt?
Das Jobcenter, das deine Grundsicherung zahlt (bis Juni 2026 Bürgergeld).Auf der Rückseite oder im Briefkopf stehen Ansprechperson und Telefonnummer.
- 2
BG-Nummer
Die Nummer deiner Bedarfsgemeinschaft, also dein Aktenzeichen beim Jobcenter. Schreib sie auf jede Antwort.
- 3
Was geplant ist
Das Jobcenter will eine frühere Bewilligung ändern und Geld zurückverlangen. Es ist eine Absicht, noch kein Bescheid.
- 4
Zeitraum und Betrag
Vergleiche die Monate und Beträge mit deinen Lohnabrechnungen. Fehler passieren häufig, etwa wenn Einkommen im falschen Monat angerechnet oder Freibeträge vergessen wurden.
- 5
Der Grund
Hier steht der Vorwurf. Hast du die Arbeit rechtzeitig gemeldet, zum Beispiel per Veränderungsmitteilung oder im Online-Portal, halte den Nachweis bereit.
- 6
Deine Frist
Bis zu diesem Datum kannst du dich äußern. Schaffst du es nicht, bitte vorher um Verlängerung. Ohne Antwort entscheidet das Jobcenter allein nach seinen Unterlagen.
Was du jetzt tun kannst
Wichtig: Nach der Anhörung kommt der Bescheid. Gegen ihn hast du dann meist einen Monat Zeit für den Widerspruch. Eine Rückforderung kann das Jobcenter außerdem mit deinen laufenden Leistungen verrechnen.
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Häufige Fragen
Muss ich auf eine Anhörung antworten?
Du musst nicht, aber es ist fast immer sinnvoll. Nur so kann das Jobcenter deine Sicht und Nachweise berücksichtigen, bevor es entscheidet.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?
Dann entscheidet das Jobcenter nach Aktenlage und schickt einen Bescheid. Gegen den Bescheid kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen und dort alles nachholen.
Kann das Jobcenter die Rückforderung von meiner Grundsicherung abziehen?
Ja, nach einem Bescheid kann es die Rückforderung mit deinen laufenden Leistungen verrechnen. Man nennt das Aufrechnung. Die Höhe ist gesetzlich begrenzt.
Was gehört in meine Antwort?
BG-Nummer, der Bezug auf das Schreiben vom Datum, eine kurze Erklärung, welche Zahlen oder Vorwürfe nicht stimmen, und Nachweise wie Lohnabrechnungen oder eine frühere Meldung.
Quellen
- § 24 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch: Anhörung Beteiligter · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 48 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch: Aufhebung bei Änderung der Verhältnisse · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 50 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch: Erstattung zu Unrecht erbrachter Leistungen · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 43 Zweites Buch Sozialgesetzbuch: Aufrechnung · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
- § 84 Sozialgerichtsgesetz: Widerspruchsfrist · Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz
Geprüft am 09.10.2026 anhand der oben genannten offiziellen Quellen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, die amtlichen Quellen und dein Schreiben. Der Beispielbrief ist erfunden.