Briefe & Behörden

Gefälschte Briefe erkennen: Ist das echt?

Betrüger verschicken Briefe, die wie Inkasso, Gericht oder Behörde aussehen. Sie setzen auf Zeitdruck. Echte Stellen kannst du immer selbst überprüfen, ohne die Kontaktdaten aus dem Brief zu nutzen.

Zuletzt geprüft: 9. Oktober 2026

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind allein die Gesetze, amtliche Quellen und dein konkretes Schreiben.

Kurz gesagt

Gefälschte Briefe erkennst du oft an Zeitdruck, Drohungen, ungewöhnlichen Zahlungswegen und fehlenden Angaben. Prüfe den Absender selbst: Inkassobüros müssen im Rechtsdienstleistungsregister stehen, Gerichte und Behörden findest du über ihre offizielle Website. Zahle nichts und ruf keine Nummer aus dem Brief an, bevor du die Stelle so überprüft hast.

Warnzeichen

Zeitdruck, Haftdrohung, Gutscheinkarten, Auslandskonto.

Inkasso prüfen

Im Rechtsdienstleistungsregister.

Gericht prüfen

Telefonnummer selbst heraussuchen.

Im Zweifel

Nicht zahlen, erst nachfragen.

Typische Warnzeichen

  • Sehr kurze Fristen von wenigen Tagen und Drohungen mit Haft, Pfändung oder Schufa
  • Zahlung per Gutscheinkarte, Kryptowährung, Bargeldversand oder auf ein Konto im Ausland
  • Kein konkreter Grund: kein Vertrag, keine Rechnungsnummer, kein Datum
  • Unbekannter Auftraggeber oder ein Unternehmen, bei dem du nie Kunde warst
  • QR-Code oder Link zu einer Bezahlseite, die nicht zur Behörde gehört
  • Rechtschreibfehler, falsche Gerichtsnamen oder ein Mahnbescheid per E-Mail

So prüfst du den Absender

  1. 1Inkassobüro: Suche den Namen im Rechtsdienstleistungsregister. Wer dort nicht steht, darf kein Inkasso betreiben.
  2. 2Gericht: Suche die Adresse und Telefonnummer des Gerichts selbst heraus und frag mit dem Aktenzeichen nach.
  3. 3Behörde: Nutze die offizielle Website der Stadt oder Behörde, nicht die Angaben im Brief.
  4. 4Rundfunkbeitrag: Vergleiche Beitragsnummer und Konto mit den Angaben auf rundfunkbeitrag.de.
  5. 5Angeblicher Auftraggeber: Frag direkt beim Unternehmen nach, ob es eine offene Forderung gibt.

Du hast schon gezahlt?

  1. 1Sofort deine Bank anrufen und versuchen, die Zahlung zurückzuholen.
  2. 2Anzeige bei der Polizei erstatten, auch online möglich.
  3. 3Brief, Umschlag und Belege aufbewahren.
  4. 4Verbraucherzentrale informieren, sie warnt vor bekannten Maschen.

Häufige Fragen

Darf ein Inkassobüro mit Pfändung drohen?

Es darf auf mögliche Folgen hinweisen, aber selbst nicht pfänden. Pfänden darf nur der Gerichtsvollzieher oder das Vollstreckungsgericht, und nur mit einem gerichtlichen Titel.

Ich kenne die Firma nicht. Soll ich antworten?

Antworte nicht über die Kontaktdaten im Brief. Prüfe zuerst das Register und frag beim angeblichen Auftraggeber nach. Ist die Forderung echt, aber falsch, bestreite sie schriftlich.

Ist ein Brief ohne Unterschrift gefälscht?

Nicht unbedingt. Viele echte Bescheide werden maschinell erstellt und tragen keine Unterschrift. Achte auf die anderen Warnzeichen.

Offizielle Anlaufstellen

Genau so ein Brief vor dir?

Unsicher, ob ein Brief echt ist? Lade ihn in bliqq hoch. bliqq erklärt, was drinsteht, und weist auf auffällige Stellen hin. Die Echtheit prüfst du immer selbst bei der offiziellen Stelle.

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Quellen

  1. 1.Rechtsdienstleistungsregister (registrierte Inkassodienstleister) · Justizverwaltungen der Länder
  2. 2.Online-Mahnantrag: Portal der Mahngerichte · Mahngerichte der Länder
  3. 3.Rundfunkbeitrag: offizielle Informationen, Befreiung, Bankverbindung · ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice

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